Warum die letzte Dekade eine Smartphone-Ära gewesen ist

“There’s no chance that the iPhone is going to get any significant market share. No chance.”


Steve Ballmer, Ex-CEO Microsoft

Diese fatale Fehlprognose formulierte Steve Ballmer, Ex-CEO Microsoft, zur Entwicklung des Smartphone-Marktes vor gut zehn Jahren. Heute wissen wir es besser: Mit global 2,71 Milliarden Usern hat das Smartphone alle Marktprognosen übertroffen. Betrachtet man die Gesamtanzahl aller aktivierten Mobiltelefone, verdoppelt sich diese Zahl nahezu auf 5,18 Milliarden. Anlass genug für eine Rückschau auf die bahnbrechenden Entwicklungen der letzten Mobile-Dekade.

Disruptive Technologie

Das iPhone wurde zwar bereits 2007 lanciert, doch verkauften sich Smartphones bis Ende 2010 nur zögerlich. Dennoch wuchs die weltweite Durchdringung über die vergangenen 10 Jahre um über 1’000 Prozent. In der Technologie-begeisterten und kaufkräftigen Schweiz entwickelte sich mobile Zeitalter derart schnell, dass wir rasch zum Land mit der weltweit höchsten iPhone-Dichte wurden. Laut einer Untersuchung von Deloitte besitzen heute 92 Prozent der Schweizer*Innen ein Smartphone, 5 Prozent ein Feature-Phone und nur 3 Prozent gar kein Mobile Device. In den vergangenen 10 Jahren hat sich aber nicht nur der mobile Nutzungsmarkt rasch entwickelt, sondern auch die Geräte, wie ein Vergleich der neuesten iPhones vom 1. Januar 2010 resp. 2020 zeigt:

Abbildung 1: Vergleich iPhone 3GS (links) mit iPhone 11 Pro (rechts)

Ungebremste Entwicklung

Die Entwicklung neuer Technologien für Smartphones mag heute medial weniger in die Öffentlichkeit getragen werden als noch vor 10 Jahren, hält aber nach wie vor an. Mit dem Aufkommen der neusten Mobilfunkgeneration kommen gegenwärtig erste 5G-fähige Geräte auf den Markt. Die einstige Vision faltbarer Screens wurde mittlerweile ebenfalls Realität, genauso wie Full Screens: Dabei kommen Pop up-Kameras zum Einsatz, wodurch der LCD nicht mehr von der Frontkamera unterbrochen wird

Abbildung 2: Smartphone mit Pop-Up Frontkamera

In naher Zukunft werden Mobile Devices mit noch weniger Buttons und Unterbrechungen von Touch Displays auskommen: berührungslose Bedienung mithilfe von Radar-Chips, Sensoren hinter den Bildschirmen, berührungsempfindliche Gehäuse und haptisches Feedback durch Vibrationen.

Veränderte Mediennutzung

Durch die mobilen Endgeräte mit Daten-Abos gelangten im Verlauf der letzten Dekade immer mehr Individuen auch unterwegs zu uneingeschränktem Internetzugang. Die Anzahl weltweiter Mobile-Abos wuchs um beinahe 600 Prozent und veränderte die Internetnutzung immens. Laut aktuellen Zahlen des Bundesamtes für Statistik geben mehr als 80 Prozent der Schweizer InternetnutzerInnen an, mobil im World Wide Web unterwegs zu sein. Mit diesem Prozentsatz liegt die Schweizer Bevölkerung weit über dem europäischen Durchschnitt.

Dieser rasante Anstieg der mobilen Internetnutzung hat diese intensiviert und im Vergleich zu 2010 mehr als verdoppelt. Auch die Nutzungsszenarien evolvierten sich über die Zeit. Am meisten an Bedeutung hinzugewonnen haben die Kategorien «Instant Messaging», «Internettelefonie», «Musikkonsum» sowie «Nichtlineares Fernsehen».

Die Wirtschaft wird mobil

Das mobile Internet veränderte auch zahlreiche Geschäftszweige und brachte neue hervor. M-Commerce (Mobile-Commerce) entwickelte sich kontinuierlich als wichtigster Teil von Digital Business. Dank einer jährlichen Wachstumsrate von über 25 Prozent macht der Einkauf via Smartphone oder Tablet mittlerweile knapp 45 Prozent der gesamten amerikanischen Onlineeinkäufe aus. Auch im Schweizer Markt zeigte sich in den letzten 10 Jahren eine Beschleunigung der Entwicklung von M-Commerce, getrieben durch eine angepasste User Experience aller grossen Web-Shops auf Mobile.

Effizientester Werbekanal

Auch die Werbebranche hat in der vergangenen Dekade das grosse Potenzial des mobilen Touchpoints für sich entdeckt. Denn auf Smartphones und Tablets können Zielgruppen sehr spezifisch bezüglich soziodemographischer, geographischer und interessensbasierter Merkmale angesprochen werden. Zudem ist das Smartphone ein ständiger Begleiter, wodurch User in praktisch allen Alltagssituationen angesprochen werden können. Der Anteil der Werbeeinnahmen aus dem Mobilebereich hat sich im Verlauf des letzten Jahrzehnts beinahe verzwanzigfacht, während sich Digitale Werbung auf Desktop seitwärts bewegt.

Smartphone Ära

Die rasante Entwicklung des mobilen Ökosystems hat sich auch mit dem Übergang der Dekaden nicht abgeschwächt. Anders als vor 10 Jahren wird heute aber niemand mehr behaupten, dass Smartphones aus der modernen Gesellschaft wegzudenken wären. Die einzige Konstante wird weiterhin der Wandel sein.

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